Erster nationaler Wettbewerb und gleich konstant in den Top Ten

Die Segelflug-Schweizermeisterschaft 2025 war für mich ein riesiges Abenteuer und gleichzeitig meine erste Teilnahme an einem nationalen Wettbewerb überhaupt. Als junger Pilot fliegend unter der Flagge der SG Säntis, war ich natürlich gespannt, wie ich mich gegen die erfahrene Konkurrenz schlagen würde.

Tag 1: Jurakette, Frankreich und zurück

Gleich am ersten Wertungstag wurde es ernst: Eine anspruchsvolle 374-Kilometer-Aufgabe führte uns vom Grenchenberg über die Jurakette bis nach Saint-Claude (F) – Langenbruck und wieder zurück. Die Luftraumverhältnisse im Bereich Basel waren komplex, das Wetter gegen den Abend anspruchsvoller und ich wusste, dass Konzentration jetzt nicht nachlassen darf. Am Ende des ersten Tages reichte es für Rang 6. Ein Einstieg, mit dem ich selbst nicht gerechnet hätte.

Tag 2: Fliegen durch Postkartenlandschaften

Die zweite Aufgabe war nicht nur sportlich spannend, sondern auch landschaftlich ein echtes Highlight: 344 Kilometer über das Emmental, vorbei an Thun, durchs Simmental und schliesslich über Portail ins Wallis wo sich der letzte Wendepunkt befand, der Grimselpass. Ich kann’s kaum anders sagen: dieser Tag war einfach unvergesslich. Fliegerisch lief es ebenfalls gut mit Platz 9 doch einen ärgerlichen Fehler führte dazu, dass ich in Thun tief kam. Auf 1’100m und einem greifbar nahem Blick auf Thun, versuchte ich mit mühsamer Arbeit (1’000m Höhengewinn mit nicht mehr als 1m/s steigen) wieder Höhe zu gewinnen. Dieser Tiefpunkt wirkte sich auf den Gesamtschnitt aus, zeigte aber auch, dass man nie aufgeben sollte. Ein Tag voller Eindrücke der mir noch lange in Erinnerung bleibt.

Tag 3: Mein bisher bestes Resultat

Am dritten Tag ging’s Richtung Schwarzwald. Nördlich, mit guter Thermik und durch die AAT-Aufgabe, taktischem Anspruch. Ich hatte einen richtig guten Lauf, erwischte starke Linien und konnte die Thermik gut ausnutzen. Belohnung: Platz 5. Mein bestes Tagesresultat der Woche. Bei diesem Flug war ich froh, dass ich die Schlüsselstelle Rheingraben (Rheinfelden) einen Tag vor der SM bereits in der Luft trainieren konnte.

Pausentage & Außenlandung

Zwei Tage lang zwang uns das Wetter zur Pause. Eine gute Gelegenheit zum Durchatmen, Tüfteln und für Gespräche mit anderen Piloten. Als es weiterging, stand ein Hangflugtag an. Leider endete der für mich mit einer kontrollierten Außenlandung auf einem Feld. Keine Schande im Gegenteil: Ich habe dabei unglaublich viel gelernt und nehme diese Erfahrung sportlich. Da sich die Wetterlage an diesem Tag nicht verbesserte und auch andere Piloten im Feld landeten wurde der Tag neutralisiert.

Finale im Jura

Zum grossen Finale ging es am letzten Tag nochmals in den Jura. Mit tiefer Wolkenbasis durch die feuchte Luftmasse, bildete dies eine fordernden Bedingungen. Ich blieb ruhig, flog sauber und schloss den Tag auf Rang 7 ab. Was mich besonders freut: Auch in der Gesamtwertung reichte es für Platz 7 – bei meiner allerersten Schweizer Meisterschaft überhaupt!

Fazit: Stolz, dankbar und voller Ehrgeiz

Die Woche in Grenchen war mehr als nur ein Wettbewerb. Es war eine Woche voller intensiver Momente, toller Begegnungen und echtem Erfahrungszuwachs. Ich habe enorm viel gelernt und vor allem eines gespürt: Mein Ehrgeiz ist geweckt. Ich möchte weiter dazulernen, mich entwickeln in Zukunft auch international an den Start gehen.

Danke an alle, die mich begleitet, unterstützt und mitgefiebert haben.
– Stefan / The Cloud Racer

Doch von Pause keine Spur…

Kaum war die Schweizer Meisterschaft vorbei, ging’s für mich direkt weiter. Von Erholung keine Rede. Noch am selben Abend machte ich mich mit dem Segelflieger im Anhänger auf den Weg nach Schaffhausen, übernachtete spontan im Auto und stand am nächsten Morgen wieder am Start.

Was dann folgte, war mein bisher längster und erfolgreichster Flug: 644 km, ein sauber abgeflogenes 603-km-Zielrück und ein persönlicher Meilenstein, den ich so schnell nicht vergessen werde.

Neugierig geworden?

Hier gehts zum Blog über meinen Rekordflug


Schreibe einen Kommentar

Deine E-Mail-Adresse wird nicht veröffentlicht. Erforderliche Felder sind mit * markiert